Babyhand umklammert den Finger eines Erwachsenen

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Die Geburt eines Kindes lässt sich auf unterschiedlichste Weise feiern. Im ersten Teil haben Sie unter anderem erfahren, was es mit regional geprägten Bräuchen wie dem Babypinkeln, dem Bixnmacher oder dem Weisertweckenfahren auf sich hat. Ohne Frage gibt es aber weitere Möglichkeiten, die Geburt eines Kindes gebührlich zu feiern. Vielleicht suchen Sie nach einer besinnlichen Variante oder nach einer Möglichkeit, die Geburt Ihres Kindes sehr modern zu feiern? Kein Problem! Vielleicht regen Sie ja die folgenden Sitten an, die Geburt Ihres Kindes festlich zu begehen.

Symbolträchtiger Baum für das Kind

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Ein symbolträchtiger Baum für den Familienzuwachs

Feuchtfröhlich die Geburt eines Kindes zu feiern, ist sicherlich nach dem Geschmack vieler Personen. Wer stattdessen oder zusätzlich aber auch für etwas Besinnlichkeit sorgen möchte, könnte sich an dem Spruch, dass ein Mann ein Kind gezeugt, ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt haben muss, orientieren. Das Kind ist da, das Haus lassen wir einmal außen vor, bleibt also der Baum. Einen solchen zur Geburt des eigenen Kindes zu pflanzen, kann auch über die besagte Redensart hinaus eine Bedeutung besitzen: Wie das Kind soll der Baum wachsen, gesund gedeihen und der Familie treu bleiben. Die Symbolik ist so oder so schön. Manche Eltern pflanzen allerdings nicht nur einfach einen Baum, sondern legen vorab in das Erdloch auch die Plazenta. So wird die symbolische Beziehung zwischen dem Gewächs und dem Kind noch intensiver zum Ausdruck gebracht. Die Pflanzstelle sollte aber immer gut ausgewählt werden, damit sicher ist, dass der Baum wirklich lange die Familie begleiten kann.

Baby-Party nach der Geburt

Eine Babyparty nach amerikanischem Vorbild wird üblicherweise schon vor der Geburt des Kindes gefeiert. Dies hat zwei entscheidende Vorteile: Zum einen kann die Mutter, soweit ihre Schwangerschaft normal verläuft, auf diese Weise an dem Fest entspannter teilhaben. Sie muss sich noch nicht von der Geburt erholen und ihr Baby noch nicht im üblichen Sinne „betreuen“. Zum anderen sind Babypartys nach amerikanischem Vorbild auch mit Geschenken verbunden, welche die Mama gut für ihren neuen Lebensabschnitt gebrauchen kann.

Klar sollte aber auch sein, dass eine Babyparty vor der Geburt nicht die Neugier von Freunden und Verwandten auf den Nachwuchs stillen kann. Jeder möchte einmal einen Blick auf das keine Wunder werfen und vielleicht auch Ähnlichkeiten zu Mama und Papa feststellen, wenn das Kind erst einmal auf der Welt ist. So ist es üblich, dass die engsten Verwandten und Freunde Mama und Kind schon im Krankenhaus einen Besuch abstatten. Wer wieder zu Hause angekommen sein Kind zum Beispiel im Rahmen einer kleinen Feier stolz einem größeren Kreis vorstellen möchte, sollte sich aber ruhig die Zeit nehmen, die er benötigt. Da die Phase nach der Geburt anstrengend sein kann, bietet es sich je nach eigener Vorliebe zum Beispiel an, erst nach der ersten Eingewöhnung Gäste und diese eventuell sogar in kleinen Gruppen einzuladen. Wer später noch einmal eine richtige und größere Feier veranstalten möchte, könnte als Anlass auch den ersten Geburtstag des Kindes wählen: Zu diesem Zeitpunkt ist die neue Familie in der Regel schon ein eingespieltes Team und Mama und Papa haben zumindest ab und an wieder etwas mehr Zeit, an entsprechende Festvorbereitungen zu denken.

Eine Babyparty mit Süßkram

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Unabhängig davon, welchen Zeitpunkt Sie als passend erachten, die folgenden Tipps könnten auch Ihnen helfen, die Baby-Party für Ihren Nachwuchs, für Ihre Gäste und für Sie möglichst angenehm zu gestalten:

  • Bewirtung: Um den Aufwand in Sachen Verköstigung gering zu halten – frischgebackene Eltern sind ohnehin schon stark eingespannt – könnten Sie einen Brunch veranstalten, die Baby-Party auf einen gemütlichen Kaffeeklatsch begrenzen oder, wenn es doch aufwendiger werden soll, ein Catering bestellen.
  • Auszeiten: Jeder ist gespannt auf das neue Familienmitglied, achten Sie aber dennoch darauf, dass es Ihrem Nachwuchs nicht zu viel wird, und halten Sie möglichst die üblichen Ruhezeiten ein. Um zu viel Stress zu vermeiden, können Sie auch klar kommunizieren, dass Sie zum Beispiel nur am Vormittag oder am Nachmittag feiern möchten.
  • Kinder der Gäste: Zu einem solch familiären Fest wie einer Babyparty laden Sie sicherlich auch die Kinder Ihrer Gäste ein. Sorgen Sie in diesem Fall am besten dafür, dass Spielzeug parat steht, damit sich die Kleinen nicht zu sehr langweilen, wenn die Großen aus dem Quatschen gar nicht mehr herauskommen.
  • Give-aways: Eine schöne Idee ist es, für die Gäste kleine Geschenke vorzubereiten, die einen Bezug zum neuen Familienmitglied aufweisen. Gerne darf es diesbezüglich auch etwas selbst Gebasteltes sein – zum Beispiel ein Farbabdruck der kleinen Babyhände auf hübschem Karton. Aber auch Fotos vom Nachwuchs sind nette Give-aways mit Erinnerungswert.
Tradition: Baby taufen lassen

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Christliche Tradition: Die Taufe

Selbstverständlich ist auch in der christlichen Religion die Geburt eines Kindes ein besonderes Ereignis. Christliche Eltern haben die Möglichkeit, ihr Kind schon im Babyalter taufen zu lassen. Die Taufe symbolisiert dabei die erste Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft, die später je nach Konfession noch durch Konfirmation oder aber durch Kommunion und Firmung bekräftigt werden kann. Manche Eltern überlassen die Entscheidung für eine Religion aber auch ihrem Kind, sodass eine Taufe mitunter erst im Erwachsenenalter ansteht oder schlussendlich endgültig ausbleibt, sollte sich das Kind gegen die christliche Religion entschieden haben.

Steht eine Taufe eines Babys an, ist dieses Ereignis oft das erste festliche, bei dem das neue Familienmitglied voll und ganz im Mittelpunkt steht. Somit ist in gewisser Weise auch die Taufe ein Fest, das ein neues Familienmitglied begrüßt und dieses dem engeren, durch die Einladung zur Taufe geladenen Familienkreis vorstellen kann. So ist es Brauch, dass sich sowohl die Familien mit einer Taufkarte inklusive eines kleines Präsentes für die Einladung bedanken, wie auch die Familie des Täuflings sich einige Wochen im Anschluss an die Taufe mit einer Dankeskarte erkenntlich zeigt. Möchten Sie Ihr Kind bereits im Babyalter taufen lassen, sollten Sie die diesbezüglichen Planungen nicht auf die lange Bank schieben: Natürlich müssen Sie ggf. Ihr Kind zur Taufe anmelden und sich mit Ihrem Pfarrer besprechen. Zudem ist es üblich, dass eine Taufe auch abseits der eigentlichen Zeremonie gefeiert wird. Zu diesem Zwecke ist es je nach Bedarf zum Beispiel notwendig, rechtzeitig Einladungen an Freunde und Verwandte zu verschicken, eine Location zu buchen und sonstige Vorbereitungen zu treffen, die durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen können.

Andere Länder, andere Sitten!

In diesem zweiteiligen Artikel haben Sie vor allem Bräuche und Möglichkeiten, eine Geburt zu feiern, kennengelernt, die in Deutschland verbreitet sind. Vielleicht kam Ihnen dabei schon die eine oder andere Sitte spannend exotisch vor – etwa das im ersten Teil vorgestellte bayerische Weisertweckenfahren. Ähnlich oder sogar noch spannender könnte es aber natürlich noch werden, wenn Ihr Partner, mit dem Sie ein gemeinsames Kind erwarten, oder Ihre Freunde, die bald Eltern werden, einem anderen Kulturkreis angehören. Denn selbstverständlich gibt es auch in anderen Ländern Bräuche und Traditionen anlässlich der Geburt eines Kindes. Seien Sie also ruhig neugierig und erweitern Sie Ihren Horizont! Es sei Ihnen viel Spaß dabei gewünscht, auch diese Traditionen kennenzulernen.